Planetenweg
Beschreibung

Wer ist der Grösste von allen, wo wäre Leben theoretisch möglich, und ist Pluto nur ein Zwergplanet? Im Laufental führt eine Reise durchs Universum nicht zur nächsten Sternwarte oder über den Nachthimmel, sondern durch eine reizvolle Landschaft über den Planetenweg von Laufen bis Liesberg Station. Der Planetenweg veranschaulicht im Massstab 1:1 Milliarde die schwindelerregenden Dimensionen unseres Sonnensystems. Die 5,9 Kilometer von der Sonne auf Saal bei Laufen bis zum Kleinplanet Pluto unterhalb des Spitzenbuels entsprechen in Wirklichkeit 5,9 Milliarden Kilometer. Ein Millimeter des Planetenwegs repräsentiert also 1000 Kilometer des Weltalls in Echt. Dies veranschaulicht die unfassbaren Grössenverhältnisse in unserem Sonnensystem, welches nur der nächstgelegene Teil unseres Universums ist. An den Informationstafeln ist viel Wissenswertes über die neun Planeten sowie über Sonne und Mond zu erfahren. 

Impressionen
Informationstafeln
Tafel 1: Sonne
Die Sonne ist eine Gaskugel von 1,4 Millionen Kilometern Durchmesser und weist eine Temperatur von zwischen 5'600 und unvorstellbaren 15 Millionen Grad Celsius auf. Von der unbeschreiblichen Energie, die ein Kernfusionsprozess auf dem Feuerball erzeugt, trifft nur gerade ein Zweimilliardstel auf die Erde – und reicht dennoch aus, um das gesamte Leben auf unserem Planeten zu ermöglichen.
Tafel 2: Merkur (benannt nach dem römischen Götterboten)
Auf dem Planetenweg nur 58 Meter von der Sonne entfernt ist Merkur zu finden, der mit seiner Kraterlandschaft dem Mond ähnelt. Auf dem der Sonne am nächsten stehenden Planeten herrschen tagsüber Temperaturen von rund 400 Grad, während es nachts bis –170 Grad kalt wird. Der Merkur besteht aus Eisen und Fels.
Tafel 3: Venus (benannt nach der römischen Göttin der Liebe und Schönheit)
Die Venus ist fast so gross wie die Erde und steht uns am nächsten. Von blossem Auge kann man sie am Himmel erkennen. Sie wird, je nach ihrer Sichtbarkeit, auch Abendstern oder Morgenstern genannt. Der Planet verfügt über eine sehr dichte Atmosphärenhülle.
Tafel 4: Erde (der Blaue Planet)
Die Erde bietet ideale Bedingungen, die vielfältiges Leben ermöglichen, weshalb sie als einziger Himmelskörper in unserem Sonnensystem auch andere Landschaften hat als Gesteinswüsten, ein Gasgemisch oder eine flüssige Oberfläche. Gemeinsam mit Merkur, Venus und Mars gehört sie zu den inneren Planeten.
Tafel 5: Mond
Nur gerade 38 Zentimeter Entfernung liegen zwischen Erde und Mond auf dem Planetenweg. Unser Erdtrabant ist der fünftgrösste Mond des ganzen Sonnensystems und beeinflusst die Erde in vielerlei Hinsicht. Nicht nur ist er für Ebbe und Flut verantwortlich, sondern viele Menschen richten sich oder ihre landwirtschaftliche Tätigkeit nach ihm, und er kann sogar Sonnenfinsternissen hervorrufen.
Tafel 6: Mars (benannt nach dem römischen Kriegsgott)
Der Mars trägt zwei Polkappen aus Trockeneis, ist sehr gebirgig und ungefähr halb so gross wie die Erde. Mehrmals hat der Mensch bereits Sonden auf ihm landen lassen. Nach möglichem Leben wird noch geforscht – die grünen Marsmenschen dürften allerdings eine Legende bleiben. Seine rote Farbe hat der Mars von dem vielen rostenden Eisen, das es auf ihm gibt.
Tafel 7: Jupiter (benannt nach dem römischen Göttervater)
Der Jupiter ist der grösste Planet unseres Sonnensystems. Seine Entfernung von der Sonne ist bereits beträchtlich, dennoch kann man ihn am Himmel mit blossem Auge sehen. Die Oberfläche des Jupiters ist flüssig, und viele Stürme wüten auf ihm. Er besitzt nicht weniger als 67 Monde, die ihn umkreisen.
Tafel 8: Saturn (benannt nach dem römischen Gott des Ackerbaus)
Der zweitgrösste Planet, der Saturn, hat deutlich sichtbare Ringe, die ihn umgeben und die ihn einzigartig machen in der „Landschaft“ unseres Sonnensystems. Sie bestehen aus einem Gemisch aus Staub und Eisbrocken, das von den 62 Saturnmonden stammt. Der Planet selber besteht aus Gas und verfügt über keine feste Oberfläche.
Tafel 9: Uranus (benannt nach dem griechischen Himmelsgott)
Der Uranus tanzt aus der Reihe: Er trägt den Namen eines alten griechischen Gottes und nicht den eines römischen. Sein Durchmesser ist ungefähr viermal so gross wie jener der Erde. Aufgrund seiner Entfernung von uns ist nicht sehr viel über ihn bekannt. Entdeckt wurde er erst im Jahr 1781.
Tafel 10: Neptun (benannt nach dem römischen Meeresgott)
Bevor man den Neptun auf dem Planetenweg erreicht, muss man bereits 4,5 Kilometer, also gut drei Viertel des Wegs, zurücklegen. Der Neptun wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt und ist rund viermal so gross wie die Erde. Gemeinsam mit Uranus bildet er unter den Planeten die Untergruppe der Eisriesen.
Tafel 11: Pluto (benannt nach dem römischen Gott der Unterwelt)
Der Pluto ist der am weitesten von der Sonne entfernte Planet. 2006 wurde ihm sein Planetenstatus allerdings abgesprochen, da sich die Wissenschaft uneinig ist, ob er wirklich ein Planet ist oder ein Zwergplanet oder was ganz anderes. Pluto beschreibt nämlich eine eigenartige Umlaufbahn, die anders verläuft als jene der anderen Planeten des Sonnensystems. Sicher ist jedoch, dass er sehr klein ist: Er misst nur rund einen Drittel unseres Erdenmondes.
Karte
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Interview
Viktor Ruf
ehemaliger Präsident des Verkehrsvereins und Initiator des Planetenwegs
Was ist das Besondere, das die Leute auf dem Planetenweg zu sehen bekommen?

Dass man sich die Dimensionen des Weltalls durch das Wandern auf dem Planetenweg einigermassen veranschaulichen kann. Eigentlich ist das Universum für uns Menschen nicht nachvollziehbar. Von der Sonne bis zum Pluto sind es im Laufental 5,9 km; wenn man im gleichen Massstab weitergehen würde, müsste man zu Fuss einmal ganz um die Erde rum, bis man zum nächsten Fixstern gelangen würde. Das beeindruckt schon. Diese Dimensionen sind unvorstellbar.

Seit wann gibt es den Planetenweg?

Er wurde 1976 eröffnet. Er war damals erst der zweite Planetenweg in der Schweiz, den ersten gab es in Burgdorf. Damals kamen sogar Leute von Universitäten in Norddeutschland und wir erhielten Anfragen aus Japan, so neuartig war das.

Für wen ist der Planetenweg geeignet?

Für alle – für Familien, Gruppen oder Einzelne. Man muss einfach ein paar Stunden wandern können.

Was ist Ihr persönliches Highlight des Planetenwegs?

Der Saturn, weil er meiner Meinung nach der Schönste aller Planeten ist mit seinem „Kaplanhut“. Es ist aber auch die Landschaft, die durch ihre Schönheit besticht. Der Planetenweg ist eine attraktive Route.

Infos
Länge des Weges

Die gesamte Strecke vom Bahnhof Laufen bis zur Station Liesberg misst 13,7 Kilometer

Reine Marschzeit

rund 5 Stunden

Anfahrt mit öffentlichem Verkehr

Mit dem Zug bis Laufen. Von dort sind es rund 20 Minuten Fussmarsch bis zur Sonne am Anfang des Planetenwegs.

Rückfahrt mit dem öffentlichen Verkehr

Postauto ab Station Liesberg

Mit dem Auto

Da der Planetenweg keine Rundwanderung ist, empfiehlt sich die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr.